Neues Kirchliches Finanzmanagement Neues Kirchliches Finanzmanagement
NKFWestfalen

Was ist ein Haushaltsbuch?

Antwort:

Das Haushaltsbuch ist die verpflichtende Erweiterung des Haushaltsplanes um die Ziele und die Maßnahmen, die für die Zielerreichung erforderlich sind. Darüber hinaus sollen Kennzahlen oder Indikatoren zur Überprüfung der Zielerreichung aufgenommen werden. Ein Haushaltsbuch ist durch die Leitungsgremien erstmals spätestens für das fünfte Haushaltsjahr nach der Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzmanagements aufzustellen (VwO.d, §64, Abs. 1, S. 2)

Die Aufnahme der Zielformulierungen der Konzeptionen in das Haushaltsbuch entspricht den Grundsätzen von „Zielorientierung“ in der kirchlichen Arbeit. Das Haushaltsbuch soll dazu dienen, die Aufgaben und die dafür zur Verfügung stehenden Ressourcen transparent und öffentlich zugänglich zu machen, sowie die in der Gemeinde- und Kirchenkreiskonzeption beschlossenen Schwerpunkte und Ziele darzustellen.

Darüber hinaus können quantitative und qualitative Merkmale bei der Beurteilung helfen, ob die gesetzten Ziele tatsächlich erreicht wurden.

Die Umsetzung von qualitativ beschreibbaren Zielen sollte durch ein Bündel von sozialemotionalen Indikatoren wie Zufriedenheit, Atmosphäre, Motivation, Attraktivität beschrieben werden.

Ein Beispiel aus einer Pilot-Kirchengemeinde:
In einer Kirchengemeinde soll im Jahr 2014 ein Besuchsdienst aufgebaut werden, der Gemeindeglieder unterstützt, die emotional, sozial oder wirtschaftlich Hilfestellung benötigen. Diese Hilfestellungen können in unterschiedlicher Form notwendig sein wie z. B. durch Unterstützung bei Behördengängen oder Zeit für Gespräche. Eine Refinanzierung durch Spenden soll angestrebt werden.
Maßnahmen zur Zielerreichung sind:
1. Für die Vernetzung und als Ansprechperson soll jemand gefunden werden, der/die vorerst auf 400€-Basis den Besuchsdienst initiiert. Wünschenswert wäre bei dieser Person ein sozialpädagogischer Hintergrund.
2. Für den Besuchsdienst werden zusätzlich ca. fünf Ehrenamtliche benötigt. Diese sollen durch persönliche Ansprache für die Mitarbeit im Besuchsdienst gewonnen werden. Voraussetzung sind Engagement, Einfühlsamkeit in die unterschiedlichen Lebenssituationen und Lebenserfahrung. Es wird ein Zeitbedarf von ca. 2 Stunden/wöchentlich erwartet. Eine entsprechende Fortbildung wird angeboten.
3. Der Kontaktaufbau zwischen den Hilfesuchenden und den Ehrenamtlichen soll durch die Bekanntgabe des Besuchsdienstes im Gemeindeblatt, Gottesdiensten und Gruppenstunden erfolgen.
Quantitative und qualitative Merkmale zur Überprüfung der Zielerreichung
1. Sind ausreichend Ehrenamtliche gefunden worden?
2. Wie viele Besuche wurden durchgeführt? Einmalig – mehrmalig?
3. Wie fand die Kontaktaufnahme statt?
4. Hat eine Dokumentation der Besuche stattgefunden?
5. Konnte eine Refinanzierung erreicht werden?
Die Verbindung zum Haushaltsplan entsteht nun durch die voraussichtlichen Kosten, die im Haushaltsplan veranschlagt werden müssen: Für Vergütung, Fortbildung und Aufwandsentschädigungen wird von einem notwendigen Betrag von 6000€/pro Jahr ausgegangen.

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