Neues Kirchliches Finanzmanagement Neues Kirchliches Finanzmanagement
NKFWestfalen

Warum NKF? Welchen Nutzen hat NKF?

Die Gesellschaft verändert sich. Der Auftrag der Kirche bleibt gleich. Doch Kirche wird oft kritisch hinterfragt: Wofür setzt sie sich mit welchen ihr zur Verfügung gestellten Mitteln ein?

Ein neues kirchliches Finanzmanagement, das diese Frage beantworten will, muss

  • die Effektivität und Effizienz des kirchlichen Handelns fördern,
  • transparent das kirchliche Handeln und den damit verbundenen Einsatz von personellen und finanziellen Ressourcen aufzeigen und
  • die Nachhaltigkeit des kirchlichen Handelns gewährleisten.

NKF fördert die Effektivität und Effizienz des kirchlichen Handelns

Bisher war kirchliches Handeln im Rahmen der vorhandenen Mittel eher aufgaben- und angebotsorientiert ausgerichtet. Es sollte ein möglichst breites Spektrum an Angeboten und eine größtmögliche Abdeckung von Aufgabengebieten für die Gemeindeglieder bereitgehalten werden.

Bei sinkender Finanzkraft werden Angebote hinterfragt und zum Teil aufgegeben werden müssen. Daher muss der Sichtwechsel von der Aufgabenorientierung zur Zielorientierung erfolgen. Viele Kirchengemeinden und Kirchenkreise haben sich bereits mit ihren Zielen  intensiv bei der Erstellung der Gemeinde-/Kirchenkreiskonzeptionen auseinandergesetzt. Neu ist jedoch, dass durch die Einführung des Haushaltsbuches die Ziele konkret mit den Haushaltsplanungen verbunden werden. Dazu ist die kirchliche Arbeit in sechs Handlungsfelder aufgeteilt. Für jedes dieser Handlungsfelder werden im Haushaltsbuch die Ziele festgelegt, die im Haushaltsjahr erreicht werden sollen. NKF nimmt den Kirchengemeinden nicht die Entscheidung ab, welche Angebote erhalten bleiben können und welche nicht, es zeigt aber auf, welcher Mitteleinsatz erforderlich ist um eine gewünschte Wirkung zu erreichen (Effektivität) und wie das Verhältnis vom Mitteleinsatz zum Ergebnis ist (Effizienz).

NKF zeigt transparent das kirchliche Handeln auf und den damit verbundenen Einsatz von personellen und finanziellen Ressourcen

Welches Vermögen ist in Form von Grundstücken, Gebäuden oder Finanzanlagen vorhanden?
Welche finanziellen Verpflichtungen ergeben sich aus den bereits vorhandenen Darlehn und anderen Verbindlichkeiten? Sind die Folgekosten von getroffenen Entscheidungen z. B. Baumaßnahmen eingeplant? Sind die Pflichtrücklagen in ausreichender Höhe vorhanden? In welcher Höhe bestehen Forderungen gegenüber anderen?

Durch die Umstellung auf die Doppik entsteht für jede Kirchengemeinde, jeden Kirchenkreis und für die Landeskirche ein Zahlenwerk, aus dem vollständig das Vermögen und die Schulden, die Erträge und Aufwendungen und somit die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse einer jeden Körperschaft sichtbar werden.

Dieses Zahlenwerk wird mit den inhaltlichen Planungen und Zielen einer Kirchengemeinde, den daraus resultierenden Maßnahmen sowie Kennzahlen zur Überprüfung der Zielerreichung verknüpft und gibt damit ein klares Bild über den personellen und finanziellen Ressourceneinsatz.

Durch die Anlehnung des NKF an die in der Wirtschaft genutzte kaufmännische Buchführung entsteht für viele Gemeindeglieder eine gute Les- und Verstehbarkeit.

NKF fördert die Nachhaltigkeit des kirchlichen Handelns

Das bisherige kameralistische Rechnungssystem hat den Geldfluss in Form der Einnahmen und Ausgaben im Blick. Folgekosten von Entscheidungen werden nur in einem geringen Maß oder gar nicht abgebildet. Wird z. B. eine Instandhaltungsmaßnahme eines Gebäudes nicht durchgeführt, so wird dies bisher nicht im Haushaltsplan abgebildet, es müssen keine Einnahmen in den Haushaltsplan eingeplant werden, da keine Kassenwirksamkeit besteht. Dadurch besteht die Möglichkeit, die Zahllast, die durch die Durchführung der Instandhaltungsmaßnahme entsteht, auf spätere Jahre oder gar Generationen zu verschieben, die dann aber auf Grund der weiter sinkenden Kirchensteuereinnahmen in ihrer Handlungsfähigkeit noch mehr beschnitten werden. Nachhaltigkeit kirchlichen Handelns bedeutet, dass jede Generation ihren Ressourcenverbrauch selbst erwirtschaftet und damit die intergenerative Gerechtigkeit sichert.
Um diese Forderung umzusetzen wird im NKF neben der verpflichtenden Abschreibung eine geldgedeckte Substanzerhaltungsrücklage aufgebaut. Können dafür die Mittel im Haushaltsjahr nicht erwirtschaftet werden, ist dies aus den Jahresabschlüssen ersichtlich bis der Verpflichtung nachgekommen wird. Damit kann die Entwicklung des Immobilienvermögens kontinuierlich im Jahresabschluss verfolgt werden.

NKF ist zeitgemäß

Die Doppik ist das am häufigsten angewandte Buchungssystem. Fachleute aus der Wirtschaft, die sich zum Beispiel für das Amt des Presbyters interessieren, oder die sich auf eine Stelle in einer kirchlichen Verwaltung bewerben, kennen eher die Doppik und müssen nicht eigens Kenntnisse in der ihnen fremden Kameralistik erwerben. Vielmehr können sie anknüpfen an ihre wirtschaftliche „Muttersprache“ Doppik.

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